natürlich, saisonal & regional

Naturschutz & Artenschutz: Reden allein hilft nicht!

Jeder will es! Alle Reden davon! Zum Glück ist das Bewusstsein für Umweltschutz, Naturschutz und Artenschutz in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. Denn die Eingriffe des Menschen sind fast allerorts unübersehbar und die Liste der Umweltsünden unendlich. Aber reden und spenden alleine reicht nicht.

Ohne es gleich zu dramatisieren oder Panik schüren zu wollen: Die Klima-Konferenz von Lima hat es wieder präsent gemacht: Der Mensch hat sich mit seinem Lebensraum und dem seiner Umwelt – Flora wie Fauna – so einiges zu Schulde kommen lassen.
Zweifellos sind regenerative Energien, Energieeinsparungen und Emissionsreduktion in allen Bereichen ein Schritt in die richtige Richtung, was Naturschutz und Umweltschutz anbelangt. Aber eine Spritschleuder lässt sich nur sehr eingeschränkt durch veganen Wurstersatz oder eine Spende an die einschlägigen Naturschutz-Verbände kompensieren. Und wenn man am Rand eines unter dem Aspekt des Artenschutzes besonderen Biotops wohnt, bringt es den von Katzi angeschleppten seltenen und geschützten Singvögeln wenig, dass Katzis Frauchen im Bioladen einkauft. Umwelt- und Naturschutz fängt vor jeder Haustüre und in jedem Haushalt an.

Was indessen überrascht! Dass vielen Menschen nicht bekannt ist, dass die Jäger seit Jahrzehnten aktiven Naturschutz direkt vor der Haustüre leisten. Gut, Bescheidenheit ziert und Eigenlob stinkt, aber man kann auch übertreiben.
Und noch mehr überrascht: Dass die Moralaposteln des Naturschutz & Umweltschutzes nun ausgerechnet die Jäger zu ihrem Erzfeind erklärt haben, statt sie zu unterstützen.

Es hat schon seine Gründe, warum der deutsche Jagdverband der erste anerkannte Naturschutz-Verband war, während die Grünen noch das freie Leben predigten und von allen anderen noch gar nicht die Rede war.

Joachim Orbach erklärt es im Detail

Von Lebensräumen, der Jägerschaft und der Politik

Wenn es um Natur und Umwelt geht, fühlen sich heute fast alle Parteien angesprochen. Lebensräume würden immer intensiver durch Menschen genutzt oder ganz ausgelöscht, wird regelmäßig argumentiert.

Die Sünden der Vergangenheit

Nicht vergessen werden sollte allerdings, dass noch vor einigen Jahrzehnten viele Bürgermeister, Stadt – oder Gemeindevertreter stolz den Bürgern verkündeten, mal wieder einige Kilometer Bach – oder Flusslauf begradigt und betoniert zu haben.
Und wurde nicht einst mit gleicher Intensität die Drainage von feuchten Wiesen und Wäldern betrieben? Da dürften auch Hochwasserkatastrophen zum Teil „hausgemacht“ sein. Es kann nicht nur darum gehen, Wasserfluten mit Schutzwänden, Deichen und Dämmen zu beherrschen. Eine gewisse Selbstregulierung der Natur müsste wieder hergestellt werden und natürliche Überschwemmungsgebiete –Auen und Wiesen- erhalten bzw. neu angelegt werden. Auch die Umfunktionierung von Naturweihern zu Nutzteichen, Regenrückhaltebecken und ähnlichem führte zum weitgehenden Schwund natürlicher Gewässer.

Wider dem Gewässerschutz

Immer noch werden natürliche Tümpel und ehedem angelegte Teiche (wie z.B. auch Löschteiche ) unbedacht oder auch absichtlich zugeschüttet oder zu Friedhöfen für ausgediente Autoreifen und Müll.
Nur langsam beginnt man aufgrund des gestiegenen ökologischem Bewusstseins gerade dieser Gewässer mit anderen Augen zu sehen – nicht nur die natürlichen Gewässer: Auch künstlich geschaffene Nassstellen in Kies-,Sand- oder Lehmgruben, ja sogar speziell angelegte naturnahe Teiche erfreuen sich zunehmender Beliebtheit in der Bevölkerung.
Derartige vorbildlichen Biotope werden seit langem vielfach von Revierinhabern, Hegeringen, Kreisjägerschaften, Landesjagdverbänden und insbesondere auch von Jagdgebrauchshundvereinen mit erheblichen Geldmittel und Arbeitsaufwand ohne staatliche Zuschüsse erhalten oder neu angelegt. Es bleibt sehr zu hoffen, dass diese Bemühungen der Jägerschaft anhalten und nicht durch unsinnige Jagdgesetzgebungen in den Ländern zum Erliegen kommen.

DIN genormtes Obst ist nicht alles

Auch andere naturnahe Strukturen, wie Hecken, Niederwald, Wildäcker, Wildwiesen, Feldholzinseln, Streuobstwiesen werden von Jägern angelegt und gepflegt oder erfolgen als Maßnahmen zur Verbesserung der Existenzsicherung von typisch bäuerlichen Betrieben. Obstbaumanpflanzungen in einer Wildwiese, hochstämmigen Birnen-, Apfel, Pflaumen- und Kirschbäume prägten einst das Landschaftsbild unserer Vorfahren. Seit Jahren gingen die Streuobstwiesen ( Genau wie der Niederwald ) als ein besonders wertvoller und schützenwerter Lebensraum für eine ungeheuer vielfältige Tierwelt stark zurück. Hauptgründe dafür waren in früheren Jahren öffentlich geförderten Rodeaktionen zur Verminderung des Marktobstangebotes mit „geringer Qualität“, Ausweitung der Siedlungs – und Industrieflächen, neugestaltete Wegenetze und Vernachlässigung von Pflege und Nachpflanzung durch die Besitzer, da eine wirtschaftliche Nutzung nicht mehr angestrebt wurde.

Festzustellen ist insgesamt, dass es teuer und arbeitsaufwändig ist, natürliche Lebensräumen anzulegen und zu erhalten. Das gilt erst recht, wenn Flächen zusätzlich gekauft oder angepachtet werden müssen. Um die Artenvielfalt und gesunde Wildbestände zu erhalten, investieren Jäger viel Arbeit und Geld in ihre Reviere, gemessen an den oftmals bescheidenen Niederwildstrecken, die durch die Lebensraumverbesserung ermöglicht werden. Doch tragen diese Maßnahmen in unserer Kulturlandschaft auch in erheblichen Umfang zu der Erhaltung nicht jagdbarer Arten sowie dem Erhalt schützenswerter Pflanzenarten bei. Bei allen Landesjagdverbänden laufen darüber hinaus landesweite Programme zur Lebensraumerhaltung und Erhaltung seltener Arten, die weitgehend aus Mitgliedsbeiträgen der Jägerschaft finanziert werden. Kein anderer Naturschutzverband investiert flächendeckend vergleichbare Mittel in Maßnahmen zur Lebensraumerhaltung – und Lebensraumverbesserung für wildlebende Tier – und Pflanzenarten als die Jägerschaft.

Energiewende um jeden Preis oder mit Augenmaß

Fazit: Für das Überleben einer hohen Artenzahl und Lebensräume in unserer Kulturlandschaft und das hierzu notwendige Engagement bedürfte die Jägerschaft und die darin engagierten landwirtschaftlichen Betriebe Unterstützung und Anerkennung, Wertschätzung statt Bekämpfung und gesetzliche Rahmenbedingungen, dieses weiterführen zu können.
Seit Jahren aber ziehen Politiker aus Gemeinden, Kreisen, in den Länder und des Bundes mit diversen Schutzprogrammen zu Felde, um der gebeutelten Natur auf die Sprünge zu helfen. Manche sehen es als Allheilmittel, Nationalparks einzurichten in der Annahme, sie würden im Interesse der betroffen Landbevölkerung handeln. Aber was nützen die ganzen Nationalparks, wenn keine flächendeckende Verbesserung der Lebensräume erfolgt? Zu fragen ist dann auch: Tragen evtl. Fehlplanungen zur Nutzung erneuerbarer Energien nicht auch noch zu einer Verschlechterung bei? In manchen Gegenden könnte/dürfte die Landbevölkerung mit einer „Maissteppe“ für Biogasanlagen oder mit der Verschandelung der Landschaft durch Windkrafträder auch nicht einverstanden sein.
Für den klugen Politiker sollte dies alles bedeuten, mit gesundem Menschverstand und Augenmaß Entscheidungen zu fällen. Und manch vernünftige Maßnahme ist nicht ausschließlich durch Gesetze realisierbar. Wie Tacitus sagte: „Im verdorbensten Staat gibt’s die meisten Gesetze“.

Mit freundlicher Genehmigung von Joachim Orbach, Erstveröffentlichung jagdwissen.net 24.5.2014 (Fotos: Joachim Orbach)

Und offensichtlich geht die Biogasgewinnung ja im Einklang mit dem Artenschutz und ohne Wildschweinzucht von „Maisbombern“ in „Maissteppen“. Auch hieran kann sich jeder durch „Liken“ bis 19.12.2014, 13.00h beteiligen.

Wer hat’s gmacht? Die Jäger!

Kategorien

@CwWilms bei Twitter